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mtv1860.de  Georgios Tsapanos
Mittwoch, den 22. Februar 2012 um 09:43 Uhr

Zurück zum Alltag

Nach dem Einzug ins HVB-Pokal Final Four erwartet die Ersten Herren in der Liga mit der HSG Westhavelland am kommenden Samstag (Anpfiff: 18:00 Uhr) schon der nächste Gegner

Die MTV-Herren fahren als eindeutige Favoriten nach Premnitz. Sie liegen nach wie vor punktgleich mit dem HV Grün-Weiß Werder an der Tabellenspitze, die HSG Westhavelland bekleidet den neunten Tabellenrang. Das Hinspiel in Altlandsberg ging am 23.10.2011 mit 32:22 deutlich an den MTV. Westhavelland hat gleich die ersten drei Partien der Rückrunde verloren, Altlandsberg hat alle gewonnen.

Der Nachteil: Eine „Schauen-wir-mal“-Haltung können sich die Schützlinge von MTV-Coach Ferenc Remes nicht erlauben. Das anhaltende Fernduell mit Werder vor Augen, wäre alles andere als ein Sieg als Rückschlag im Kampf um Meisterschaft und Aufstieg zu werten. Da würde auch die Verletzung, die sich nun Sascha Fink im Pokalspiel gegen Potsdam zugezogen hat, als Erklärung kaum taugen.

„Wir haben unser Saisonziel in vollem Bewusstsein definiert, dass das den Druck zusätzlich erhöht“, erläutert Remes. „Jetzt müssen wir von Spiel zu Spiel damit umgehen und auf der Platte entsprechend reagieren. Gegen Westhavelland heißt das, vom Anpfiff an alle verführerischen Gedanken an die Favoritenrolle streichen, den Gegner sehr, sehr ernst nehmen und konzentriert an den nächsten zwei Punkten arbeiten.“

Denn nicht nur im Pokal kommt es schon mal vor, dass der Underdog dem Favoriten eine Nase dreht.

Sonntag, den 19. Februar 2012 um 21:28 Uhr

Was zählt

Die Ersten Herren des MTV 1860 Altlandsberg erkämpfen sich durch ein allerdings mühevolles 26:25 (16:14) gegen den Oberligisten 1. VfL Potsdam II den Einzug in das Final Four des HVB-Landespokals

Der Pokal ist ein Defiziten gegenüber sehr nachsichtiger Wettbewerb. Gut gespielt, schlecht gespielt, was zählt ist allein der Sieg und das Weiterkommen. Wenn irgendwo der Zweck die Mittel heiligt dann im Pokal. Wer gewinnt hat alles richtig gemacht. Wer verliert kann sich auch vom eigentlich überzeugenderen Auftreten nichts kaufen.

MTV-Coach Ferenc Remes Schützlinge haben an diesem Sonntagnachmittag keinen wirklich überzeugenden Auftritt aufs Parkett gelegt. Mühselig im Aufbau, planlos in der Vorbereitung, unentschlossen im Abschluss. Phasenweise schienen die MTV-Angreifer ihren Hauptdaseinszweck darin zu sehen, Potsdams sehr souverän auftretenden Torhüter Carsten Welker in Szene zu setzen.

In der Abwehr ein kaum besseres Bild. Vor allem Potsdams Moritz Bruck durfte bei weitem nicht nur einmal vorführen, wie man aus der zweiten Reihe serienmäßig schöne Treffer erzielt, wenn die Defense keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, entweder das Zuspiel, den Anlauf, den Sprung oder den Wurf zu unterbinden. Die MTV-Torhüter hätten jedenfalls allen Grund mit ihren Vorderleuten das eine oder andere Hühnchen zu rupfen.

Aber – und das ist ein ziemlich großes ABER – die Ersten Herren des MTV haben am Ende ein Tor mehr erzielt als die Gegner aus der Landeshauptstadt. Sie, nicht das Juniorteam des 1. Vfl Potsdam, haben das Pokalviertelfinale gewonnen. Sie, nicht das Juniorteam des 1. VfL Potsdam, ziehen in das erstmals ausgetragene Final Four am 31. März und 1. April ein. Und das Juniorteam des 1. VfL Potsdam spielt immerhin eine Liga über den MTV-Heren.

„Wir haben heute das Glück der Tüchtigen gehabt ohne durch die Bank unser gewohntes Leistungsniveau abrufen zu können“, bekennt Trainer Ferenc Remes unumwunden. „Wenn es am Ende anders herum ausgegangen wäre, hätten wir uns auch nicht beklagen können. Ganz am Ende aber zählt allein: Wir haben uns gegen einen höher klassigen Gegner behauptet. Und: Wir sind im Final Four Turnier!“

Und dann erreichte die Erle noch die Nachricht, dass auch die Zweiten MTV-Damen ihr Spiel gegen den HCS Potsdam gewonnen und ihrerseits das Final Four der Damen erreicht haben. Auch so kann ein perfekter Handball-Sonntag aussehen…

 
MTV:

Daniel Braun (Tor), Christian Szameit (Tor), Felix Erdmann 2, Sascha Fink 4, Lucien Fischer, Sven Haase 3, Simon Kapa 7/1, Robert Klatt 6/2, Gunnar Kunze, Stefan Kurth, Jonas Neldner 2, Arian Thümmler 1.

Sonntag, den 19. Februar 2012 um 12:43 Uhr

Truppe mit Charakter

Die Bundesliga-Damen erzwingen gegen den Tabellenvierten und Erstligaabsteiger SG BBM Bietigheim in der Schlussminute ein 23:23 (10:13) Unentschieden und gewinnen im Abstiegskampf einen Punkt

Bietigheims Trainer Christian Hungerecker wertete das Remis im Nachhinein zwar als verlorenen Punkt, vom Ausgang überrascht schien er aber nicht wirklich: „Ich weiß wie schwierig es ist in Altlandsberg zu gewinnen. Das habe ich auch meiner Mannschaft immer wieder eingebläut. Aber manchmal redet man halt gegen den Wind.“ Hungerecker ist ein relativ regelmäßiger Gast in der Erlengrundhalle. Zu Regionalligazeiten mit dem TSV Owschlag, nun mit Bietigheim. Gewonnen hat er in der Erle noch nie.

Zumindest nicht zu verlieren, vielleicht sogar zu gewinnen, dass hatten sich die Schützlinge von MTV-Coach Helmut „Enno“ Röder fest vorgenommen. Die Sache ging auch vielversprechend los. Trotz Bietigheimer Anwurf war es der MTV, der durch Franziska Chmurski mit 1:0 in Führung ging und sich diese in der 9. durch Sophie Lütkes Treffer zum 4:3 zurückeroberte. So weit, so hoffnungsfroh.

Gleich darauf setzte es für die Grün-Weißen aber serienweise Nackenschläge. Unzureichend vorbereitete oder zur Unzeit abgeschlossene eigene Angriffe mündeten immer wieder in Bietigheimer Konter. Aus der 4:3 wurde ein 4:6 Rückstand. Eine Zwei-Minuten-Strafe für Sylvia Kalina brachte die Altlandsberger Ordnung endgültig ins Wanken. Vier weitere Bietigheimer Treffer in Folge später stand es in der 19. Minute schon 4:10 gegen den MTV. Und hätte Stefanie Neumann im Altlandsberger Tor in dieser Phase höchster Bedrängnis nicht so herausragend gehalten, wäre es aus Sicht der Gastgeber noch schlimmer gekommen. Kein Wunder, dass Helmut Röder zur Grünen Karte griff.

Was folgte war eine beherzte Altlandsberger Aufholjagd gegen ein Team, das mit ehemaligen Erstligaspielerinnen nur so gespickt ist und nicht zufällig auf Rang vier der Tabelle steht. Wer eine Ahnung vom Selbstvertrauen der Spielerinnen aus dem Süden der Republik bekommen will, muss nur einen Blick auf die dynamische 4-1-Abwehr werfen, mit der sie dem Gegner in Unterzahl entgegentreten. „Ich kann mich bei meiner Mannschaft nur für dieses beherzte, leidenschaftliche Spiel bedanken“, lobte Röder deshalb in Nachhinein mit Recht und auch rechtschaffen bewegt. „Sie haben Charakter und Kampfgeist gezeigt, gegen einen Gegner, der uns im Hinspiel noch regelrecht überrannt hatte.“

Bis zur Pause holten die Altlandsbergerinnen drei der sechs Tore Rückstand auf (10:13). Bietigheim konnte sich in der Folge nun seinerseits bei seiner Torhüterin Anja Friedrich bedanken, die reihenweise Würfe Manja Bergers aus der zweiten Reihe ebenso parierte, wie vermeintlich hundertfünfzigprozentige Sophie Lütkes vom Kreis. Bis zur 58. Minute kam der MTV einfach nicht näher ran, Bietigheim aber auch nicht weiter weg; denen nach der 44. Minute kein Feldtor mehr gelang. Zweieinhalb Minuten vor Schluss stand es 20:23 für die Gäste.

Wer die Partie zwei Minuten Schluss verloren gegeben haben sollte, hatte voreilig gehandelt und nicht mit der Leidenschaft der Altlandsberger Truppe gerechnet. Noch in der 58. Fand ein fulminanter Wurf Manja Bergers den Weg ins Netz. Es stand 21:23. Helmut Röder beorderte sein Team in die offene Manndeckung. Und tatsächlich zwang dieses „Pressing“ Bietigheim zu den erhofften Fehlern. Nicht nur ein-, sondern zweimal. Binnen 60 Sekunden, den, den letzten des Spiels. Beide Male war es Sophie Lütke, die Herz und Ball in die Hand nahm, nach vorn stürmte – und traf. Beim ersten Tor stand auf der Uhr 59:11, beim zweiten 59:33 zu lesen. Und Bietigheim verlor in dieser wirklich dramatischen Schlussminute sogar noch ein weiteres Mal den Ball. Aber die verbleibenden sechs Sekunden reichten nicht mehr für einen weiteren Treffer. Vielleicht wäre das ja auch zu viel des Guten gewesen.

Beim letzten Unentschieden hatte in der Erlengrundhalle mit dem Abpfiff ungläubiges Schweigen geherrscht. Bei dem gegen Bietigheim gab es nur noch taumelnde Freude!

 
MTV:

Stefanie Neumann (Tor), Nele Kurzke (Tor), Manja Berger 5, Franziska Chmurski 1, Jennyfer Franke, Mandy Gramattke 1, Sylvia Kalina, Svenja Lorenz 1, Sophie Lütke 5, Romy Schöner 1, Nadin Schwarz, Juliane Wittkopf 7/2, Stefanie Zarse 2.

Donnerstag, den 16. Februar 2012 um 17:16 Uhr

Ein Hauch von Oberliga

Im Viertelfinale des HVB-Landespokals treffen unsere Ersten Herren auf alte Bekannte aus der Oberliga Ostsee-Spree – die Zweite Mannschaft des 1. VfL Potsdam

Mit Siegen über den HC Bad Liebenwerda (28:25), den HSV Senftenberg (33:18), den FSV Forst Borgsdorf (42:41; das war das irre Spiel mit der zweifachen Verlängerung) und den SV Blau-Weiß Perleberg (40:33) haben sich die Schützlinge von MTV-Coach Ferenc Remes bis ins Viertelfinale des HVB Landespokalwettbewerbs vorgearbeitet. Sieht man einmal von der Nummer gegen Borgsdorf ab, hat die Mannschaft an ihrem weiter kommen bisher auch nicht den Hauch eines Zweifels aufkommen lassen – und das trotz zum Teil verletzungsbedingt abenteuerlicher Besetzungslisten.

So gesehen sind zum heutigen Viertelfinale drei Dinge anders. Erstens konnten die Ausfälle der letzten Wochen durch die Neuzugänge vom PSV Berlin, Arian Thümmler und Simon Kapa durchaus eindrucksvoll kompensiert werden. Zum anderen steht den MTV-Herren mit dem „Juniorteam“ (Eigenwerbung) des 1. VfL Potsdam (vulgo: die Zweite Mannschaft) erstmals eine Equipe ins Haus, die eine Spielklasse höher agiert. Und drittens ist das Viertelfinale tatsächlich das erste Pokalspiel dieser Saison, dass unsere Jungs vor heimischem Publikum absolvieren dürfen.

Die Gäste immerhin sind keine völligen Unbekannten. Potsdams Zweite zählte in der vergangenen Saison noch zu den Mitligisten unserer Mannschaft in der Oberliga Ostsee Spree. Die Bilanz beider Teams neigt sich übrigens sogar eher auf die Seite des MTV. Im Rückspiel der Saison 2010/11 erkämpften sich die Potsdamer in der Erle ein 28:28, das Hinspiel am 28.11.2010 ging jedoch mit 28:26 an Altlandsberg und damit als erster Oberliga-Auswärtssieg in die Vereinsannalen ein.

Aber da Ferenc Remes bereits in der laufenden Saison von Quervergleichen nichts wissen will (Motto: „Wir denken nur von Spiel zu Spiel!“), ringen ihm derlei Hinweise auf vergangene Tage bestenfalls ein freundliches Lächeln ab. „Potsdam spielt in der Oberliga, wir nicht mehr, oder besser, noch nicht wieder“, stellt Altlandsbergs Trainer unmissverständlich klar. „Es ist keine Frage, wer hier der Favorit ist.“ Daran ändert in Remes Augen auch der Umstand nichts, dass Potsdam augenblicklich in der unteren Hälfte der Tabelle weilt (Platz 9 von 14), die Truppe in den vergangenen drei Monaten nur einen einzigen Sieg feiern konnte (am 14. Januar zu Hause mit 29:24 gegen die SG TMBW Berlin) und der letzte Auswärtssieg auf den 22. Oktober 2010 datiert (ironischer Weise gegen Remes Ex-Club Rotation Prenzlauer Berg).

„Natürlich kann ich nachempfinden, dass eine solche Serie ins Kontor schlägt. Deutliche Niederlagen wie jüngst mit 14:28 in Bad Doberan steckt kein Team einfach so weg“, erläutert der erfahrene Altlandsberger Trainer. „Vielleicht zehrt die knappe 28:29 Niederlage vom vergangenen Samstag gegen den Tabellenzweiten der OSL, die TSG Lübbenau, sogar noch intensiver an den Nerven, weil alle Mühe, sich gegen einen vermeintlich stärkeren Gegner durchzusetzen am Ende doch nicht belohnt wurde.“  Dennoch sind das alles Punkte, die den MTV sogar zu noch größerer Vorsicht und Anstrengung anspornen müssen.

„Potsdam ist in der Pflicht gegen uns zu gewinnen. Zum einen einfach weil wir der niederklassige Verein sind. Zum anderen gerade weil die Ergebnisse der letzten Wochen für den VfL nicht berauschend waren. Was käme da gelegener als ein Sieg gegen den MTV und der Einzug ins Pokal-Final-Four, um die eigenen Fans zu besänftigen und Zuversicht für die nächsten Spiele in der Liga zu tanken?“

Dass die Altlandsberger dafür aber nicht den Sparringspartner abgeben wollen, dürfte sich von selbst verstehen. Ferenc Remes: „Auch wir stehen einen Sieg vor dem Einzug ins Final Four Turnier am 31. März und 1. April. Da ist es klar, dass wir alles daran setzen werden, die Sensation zu schaffen und auch Potsdam aus dem Wettbewerb zu werfen. Bei uns wissen alle, worum es geht, sind dementsprechend hochmotiviert und wir können es kaum abwarten, unseren Fans einen schon mal einen Hauch Oberliga zu präsentieren.“

Montag, den 13. Februar 2012 um 09:17 Uhr

Final Four ante portas

Unsere Zweiten Damen und Ersten Herren trennt beide nur noch ein Sieg gegen Potsdamer Mannschaften vom Einzug in das erstmals ausgetragene Final Four des HVB-Landespokalwettbewerbs

Entscheidend ist Punkt 8.4 der HVB-Durchführungsbestimmungen 2011/12. Dort heißt es: „Die Pokalsieger im HVB Pokal Männer und Frauen werden nach dem Viertelfinale in Turnierform (Final Four) ermittelt.“ Nicht nur das ist eine Premiere. Auch dass die Zweite Damen- wie die Erste Herrenmannschaften unseres MTV in besagtem Viertelfinale stehen, muss man nicht als Alltäglichkeit betrachten. Das rechtfertigt auch schon mal eine englisch-lateinische Schlagzeile.

Die Gegner unserer Teams stammen –Willkür des Losentscheids – beide aus der brandenburgischen Landeshauptstadt. Die Jungs bekommen es mit dem Oberligisten 1. VfL Potsdam II zu tun, die Mädels mit den Vertreterinnen des HSC Potsdam, die zu den etatmäßigen Gegnerinnen unserer Dritten Damen in der Brandenburgliga zählen (und dort hinter ihnen platziert sind). Deshalb findet das Herrenviertelfinale am kommenden Sonntag um 16:00 Uhr in unserer heimischen Erle statt, wohingegen unsere Zweiten Damen zeitgleich nach Potsdam müssen.

Und dann wäre da noch Punkt 8.5 der HVB-Durchführungesbestimmungen 2011/12. Dort heißt es: „Nur der Pokalsieger des Landes hat das Recht an der Pokalmeisterschaft des DHB der Männer bzw. der Frauen teilzunehmen.“ Um einen Augenblick lang mal träumen zu dürfen: Der MTV im DHB-Pokal – mit den Ersten Damen, den Ersten Herren, den Zweiten Damen…

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