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| Sieg der 2. MTV Frauen: Viel Amore und 27 Tore |
| 2. Frauen | ||||||||||||||
| Geschrieben von: Jürgen Sellert | ||||||||||||||
| Montag, den 25. Januar 2010 um 16:09 Uhr | ||||||||||||||
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Wirklich, das war phasenweise Handball zum verlieben - aus Sicht der Altlandsberg-Fans vor allem in der 1. Halbzeit. Da führten die Frauen des MTV II gegen Eintracht Berlin mit 17:10. Zum Schluss stand ein 27:23-Erfolg auf der Anzeigetafel. Der Aufsteiger MTV behauptet in der Oberliga Berlin-Brandenburg mit 19:7 Zählern den 4. Rang (6. Eintracht), punktgleich mit dem Titelverteidiger und Tabellendritten OSC Friedenau.
Nach dem 3:3 ging beim Gastgeber so richtig die Post ab. 6:3, 10:4 und 14:7 lauteten die Zwischenstände in der „Erle". Und manch einer unter den Zuschauern erwartete schon ein Resultat wie beim Hinspiel, als das Team von Eveline Sellert sensationell mit 30:18 gewonnen hatte. Aber ein solches Resultat war für beide Trainer von vorn herein illusorisch. Eintracht-Coach Frank Olschewski: „Ich habe mit meinen Frauen viel gearbeitet, auch individuell. Sie können jetzt Dinge, die sie vor Monaten noch nicht konnten." Das bekam der MTV vor allem in der 2. Halbzeit zu spüren, als der Gastgeber bis zum 21:14 souverän führte, dann aber beim 23:20 in der 50. Minute doch noch in Schwierigkeiten zu kommen schien. Eine Team-Auszeit klärte aber alles. Trainerin Evi Sellert: „Da wurde schnell einiges geordnet. Wir haben uns vorgenommen, die Angriffe wieder konsequenter durchzuspielen und die Risiko-Pässe, die zu einigen Kontertoren des Gegners geführt hatten, weg zu lassen. Dann haben wir den Sieg sicher nach Hause gebracht." Beleg: Der Auszeit folgte das 24:20 durch Linksaußen Kristin Schneider. Anschließend vereitelte MTV-Torhüterin Kristin Rembold eine 100-prozentige Eintracht-Chance. Und Manon Grondkowski - mit 7 Treffern wieder mal eine mega-zuverlässige Torjägerin - besorgte das 25:20, die endgültige Vorentscheidung. Stellte sich dennoch die Frage, warum die MTV-II-Mannschaft nicht auch in der 2. Halbzeit auf so hohem Niveau spielte, wie in den ersten 30 Minuten. Die Antwort gab Frank Olschewski beim leckeren Bierchen danach: „Die erste MTV-Mannschaft kann das höchste Niveau 40 Minuten durchhalten, vielleicht 45. Unseren Teams gelingt das so um die 30 Minuten. Dafür spielen sie ja eine Klasse tiefer. Das hat natürlich auch etwas mit Trainingsintensität und Trainingsumfängen zu tun." Wie dem auch sei: Evi Sellert war wieder mal mächtig stolz auf ihre Mannschaft: „Es war wie schon in der Woche zuvor in Neukölln eine tolle Team-Leistung, ohne einen einzigen Ausfall. Ich habe vor allem gefordert, dass wir bei der Chancenverwertung 110 Prozent geben müssen. Und da haben wir wirklich zugelegt." Mit 110 Prozent Erfolgsquote wurde es natürlich nichts. Und alle Mathematik-Päpste werden jetzt aufjaulen und fragen: Wie soll denn das auch gehen? Ja, ja - ist ja gut. „Aber mit diesmal weit über 50 Prozent Chancenverwertung sind wir schon auf dem richtigen Weg", so Evi Sellert. Die Trainerin hatte diesmal nicht nur die Aufgabe, mit ihrem Team die zwei Punkte zu holen. Sie musste (und machte das sehr gerne) Manja Berger mit Fingerspitzengefühl ins Geschehen schicken. Die Linkshänderin und Rückraumspezialistin feierte ihr Comeback nach einer Bandscheiben-Operation. In der 2. Mannschaft soll sich die Torjägerin ähnlich wie Tanja Richter Spielpraxis holen, um bald wieder in der Ersten loslegen zu können. „Niemand kann erwarten, dass jemand nach einer so schweren Verletzung, zurück kommt und alles in Grund und Boden ballert. Auch nicht, wenn man, wie Manja, Bundesligaerfahrung hat", so Evi Sellert. „Ihr Einstand war aber viel versprechend. Manja gelangen zwei Treffer und sie schaffte mit ihrer Präsenz den Nebenleuten Platz, den vor allem auf Rechtsaußen Jasmin Weise nutzen konnte." Das dürfte auch Helma Struth gefreut haben, Co.-Trainerin der 1. Mannschaft, die genauso unter den rund 100 Zuschauern war, wie Manjas Eltern. Überhaupt gab es an diesem Tag exzellente Motivationshilfen für die MTV-Damen. So sah zum Beispiel Mathias Haude, der bei den Männern von Eintracht Berlin spielt, dass seine Schwester Anne wie ein Blizzard durch die Reihen seiner Vereinskolleginnen fegte. Ganz besonders motiviert waren aber offensichtlich unsere beiden Damen auf Rechtsaußen, diesmal bei aller Team-Ausgeglichenheit unsere Glanzposition. Zunächst legte dort Sabine Rode mit 3 Treffern und toller Abwehrarbeit los. Sie ist zwar schon 39, hatte aber einige Aktionen wie eine 19-jährige. Die Tor-Biene erzählte vor der Partie stolz von Jennifer (14), der ältesten ihrer drei Handball-Töchter, die jetzt beim Frankfurter HC spielt: „Bei einem Sichtungslehrgang des DHB mit Teams aus zehn Bundesländern wurde sie für den rechten Rückraum ins All-Star-Team gewählt und soll demnächst zu Länderspielen nach Polen fahren." Was für eine tolle Familien-Story... Und jetzt zu Jasmin Weise. Wissen Sie, liebe Leser, was Sprinter-Gigant Usain Bolt mit dem MTV-II-Sieg vom vergangenen Wochenende zu tun hat? Natürlich nicht. Können Sie ja gar nicht. Als der Mann aus Jamaika bei den Leichtathletik-WM im vergangenen Sommer im Berliner Olympiastadion nach seinen Siegen die Bogenschützen-Pose machte, dachten alle, er wolle der Welt zeigen: Ich bin pfeilschnell. Ist aber falsch - ganz falsch. Der Witz-Bolt machte in Wirklichkeit einen auf Amor. Und eines seiner Liebesgeschosse traf unsere „Jassi" mitten ins Herz. Sie gehörte damals bei der WM zu jenen freiwilligen Helfern, die die Bolt, Harting oder Friedrich betreuten. Kürzlich verriet Jasmin: „Ich habe dabei jemanden kennen gelernt, und es hat gefunkt." Der Jemand wohnt allerdings ziemlich weit weg. Nur so viel: Er sieht verdammt gut aus. Er spielt in Kaiserau - bekannt durch die DFB-Sportschule - Fußball und hat ein Studium abgeschlossen. Kürzlich stellte sich der junge Mann schon beim juxigen Jahres-Abschluss-Training mit Freunden und Angehörigen vor. Jetzt war er wieder in der „Erle", um seine Jassi mal ernsthaft spielen zu sehen. Und wie die aufdrehte, obwohl sie wegen ihrer Studienverpflichtungen (Sport/Kommunikation) kaum noch zum Training kommen kann. Die Rechtsaußen war bei ihren fünf Siebenmetern ein Eisengel und machte noch vier weitere schöne Tore. Bolt sei Dank... Der Spruch des Tages ist deshalb heute auch eher eine Erfolgsformel: Amore + Tore = MTV-Sieg MTV II mit: Kristin Rembold, Maika Noack; Sandra Mettcher 3, Anne Haude 1, Manon Grondkowski 7, Sabine Rode 3, Katharina Hillmann 1, Anne Ruhmland; Jasmin Weise 9/5, Manja Berger 2, Kristin Schneider 1, Tetiana Richter, Doreen Grothe, Sandy Wrobel (n. e.).
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