Handball  Mannschaften  2. Frauen  Berichte  29:17-Sieg! Gut war doch gut genug
29:17-Sieg! Gut war doch gut genug
2. Frauen
Geschrieben von: Jürgen Sellert   
Sonntag, den 07. Februar 2010 um 17:28 Uhr
Anne Haude (rechts) tauscht den bisher recht erfolgreich ausgeführten 3-Schritt Rythmus gegen den "Bongo-Beat" ein. Foto: Robert JaeschkeYes! Das war die richtige Reaktion auf die unnötig hohe 16:23-Niederlage vor einer Wochen bei den Spreefüxxen II. Die Frauen des MTV Altlandberg II gewannen in der Oberliga Berlin-Brandenburg ihr Heimspiel gegen die SG GutsMuths/BTSV 1850 mit 29:17 (12:9). Und der Autor dieser Zeilen gibt gerne zu, dass er in seiner Vorschau auf dieses Spiel etwas schief gewickelt war.

Da hatte er in der Überschrift die Devise verbreitet: „Gut ist gegen GutsMuths nicht gut genug." Hintergrund der Überlegung: Die Damen, die ihre sportliche Heimat unweit des Berliner Tiergartens haben, spielen im Tabellen-Mittelfeld (13:17 Punkte) eine grundsolide Saison. Und sie hatten dem MTV II beim Hinspiel mit einem 25:25 den ersten Zähler abgenommen. Hinzu kommt: Der Name GutsMuths flößt dem Handball-Kenner immer noch Respekt ein. 1977 wurde dieser Verein Deutscher Meister. DDR-Meister war in diesem Jahr übrigens der TSC Berlin - mit der 17-jährigen Eveline Geyer in diesem Elite-Team. Jetzt heißt sie Eveline Sellert und ist beim MTV Trainerin...

Auch heute noch hat die SG GM/BTSV 1850 ein routiniertes Team. Da verwunderte die Aussage von Gäste-Trainer Mario Deuter, einem ehemaligen MTV-er, doch etwas. Der sagte: „Meine Frauen waren zu sehr von der Atmosphäre hier beeindruckt." Na, klar! Die Trommler haben getrommelt, die Klatscher haben geklatscht und Uwe Stohf sorgte mit launigen aber, wie immer, absolut fairen Ansagen ebenfalls für Stimmung in der Bude. Richtig beeindruckt zeigten sich die Gäste wohl eher von der Spielweise der MTV-II-Damen.

Da war sie wieder, die Bissigkeit und die Beweglichkeit auf den Füßen in der Abwehr. Und der Gastgeber war den Gästen im Tempospiel weit überlegen. Das äußerte sich besonders in einem für diese Spielklasse sehenswerten Konterverhalten. Das hatte meist bei der wieder mal starken Torhüterin Kristin Rembold seinen Ausgangspunkt und wurde vor allem durch die Kreisspielerinnen von links bis rechts verwertet. Kleiner Beleg aus der 1. Halbzeit: Sechs der neun MTV-Tore fielen nach schnellen Angriffen, drei nach Siebenmeter-Würfen.

Und was war mit den GutsMuths-Waffen, die uns beim Hinspiel noch so zu schaffen machten? Die wurden nach entsprechenden Regeln der Handball-Kunst entschärft. Das betraf für den Angriff der Berlinerinnen vor allem die groß gewachsene Ilka Kuschke, nach deren Würfen es beim Hinspiel zwölf Mal eingeschlagen hatte. Diesmal gelang der routinierten Rückraum-Spezialistin nur ein Feld-Tor, nämlich das zur 1:0-Führung der Gäste per Schlagwurf. MTV-Trainerin Evi Sellert lobte da besonders ihre Kreisläuferinnen: „Bei unserer defensiven 5:1-Deckung machte Doreen Grothe ihre Sache sehr gut und in der zweiten Halbzeit auch Katharina Hillmann. Was diese beiden nicht unterbinden konnten, lösten dann die anderen mit großem Einsatz, oftmals auch mit gutem Blockspiel."

Diese variable Deckung führte zu einem argen Streufeuer bei GutsMuths, das dem MTV nur recht sein konnte. So machten Altlandsbergs Damen nach 0:2- und 2:3-Rückständen schnell eine 8:3-Führung. Und über die Stationen 11:6, 15:9, 22:11 und 26:16 führte der Weg zum klaren 29:17-Endresultat. „Bei den Füchsen hatten wir Torhüterin Anne Polchow mit kläglichen Würfen berühmt geschossen", so Evi Sellert. „Das ist uns diesmal gegen die im Hinspiel sehr starke Bianca Hobuß nicht passiert. Im Gegenteil. Zum Schluss war ihr sichtbar der Zahn gezogen und sie verlor immer mehr die Lust."

Dennoch gab es trotz des überaus klaren Sieges auch einiges zu kritisieren. Die MTV-Trainerin: „Im Positionsangriff lief trotz einiger schöner Zuspiele ­- vor allem von Manon Grondkowski - und trotz der enormen Dynamik unserer Regisseurin Anne Haude zu wenig. Da haben wir noch einige Reserven. Auch 24 Fehlwürfe trübten den Gesamteindruck wieder mal..."

Ergo: Gut (vielleicht mit einem klitzekleinen Minus dahinter) war gegen GutsMuths diesmal doch gut genug. Und weil das so war, verzichtete die von einer langwierigen Erkältung immer noch geplagte Maika Noack auch auf ihren Einsatz im Tor. Am kommenden Sonnabend (16 Uhr) im Pokalspiel beim SV 1949 Eichstädt wird sie aber gewiss wieder mitmischen.

Fehlen wird dann Anne Haude. Die fliegt in dieser Woche, wie schon angekündigt, für zwei Monate nach Afrika. Die Medizin-Studentin: „Erst nach Tansania zum Praktikum, dann zum Urlaub nach Kenia." Verabschiedet hat sich Anne mit einer tollen Leistung und 4 Toren. Mädel, komm mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck zurück, aber vor allem gesund und munter!

Da nun mit Anne Haude und der verletzten Silvia Patzig beide etatmäßigen Spielmacherinnen ausfallen, muss man beim MTV II improvisieren. Der Plan ist: Sandra Mettcher, Manon Grondkowski und Doreen Grothe sollen den Regie-Job abwechselnd übernehmen. Aber ob das hinhaut? Der erste Test steigt beim Pokalspiel.

Spruch des Tages:

Anne nach Afrika, wir nach Eichstädt - das Leben geht schon seltsame Wege...


MTV II mit: Kristin Rembold, Maika Noack (n. e.); Sandra Mettcher, Anne Haude 4, Angela Greulich 3, Sabine Rode 3, Doreen Grothe 2, Anne Ruhmland 4; Jasmin Weise 4/3, Manon Grondkowski 6/2, Kristin Schneider 1, Katharina Hillmann 2, Sandy Wrobel, Marie Eulert.

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