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Dienstag, den 07. Februar 2012 um 16:52 Uhr

Frust gegen Frust: Bei wem wird`s Lust?

Autor  Jürgen Sellert
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So ging`s beim Hinspiel zur Sache. Altlandsbergs Sophia Fricke wird von Jasmin Hub (re.) und Torjägerin Linda Mandelkow attackiert. Links bearbeiten sich die Kreisläuferinnen Sandra Nawroth und Dominic Wielsch. So ging`s beim Hinspiel zur Sache. Altlandsbergs Sophia Fricke wird von Jasmin Hub (re.) und Torjägerin Linda Mandelkow attackiert. Links bearbeiten sich die Kreisläuferinnen Sandra Nawroth und Dominic Wielsch. Foto: Jürgen Sellert
Am Sonntag, Anpfiff 16 Uhr, setzen die Frauen des MTV II in der Oberliga Ostsee-Spree ihr Punktspiel-Programm fort. Gegner in der Altlandsberger Erlengrundhalle wird die zweite Füchse-Vertretung aus Berlin-Reinickendorf sein.

Was hier in der Einleitung ganz emotionslos klingt, ist allerdings nur eine zarte Hülle. Eine, in der eine Aufführung verpackt ist, die man nicht verpassen sollte. Mit dem ersten Pfiff des Schiri-Gespanns aus Mecklenburg-Vorpommern wird diese Hülle platzen. Und sie wird das freilassen, was sich in beiden Teams nach dem vorigen Meisterschaftstag angestaut hat.

Wir könnten jetzt hier die 60 Minuten sezieren. Aber das ersparen wir der Mannschaft und der Trainerin, die in den vergangenen Jahren gemeinsam einen guten Job gemacht haben.

Das habe ich nach der verheerenden 13:38-Pleite des MTV II beim OSC Friedenau geschrieben. Und was wir dann in einem 6-Zeilen-Bericht vom vergangenen Spiel unseres Sonntag-Gegners auf der Füchse-Internet-Seite fanden, das klingt ganz ähnlich.

Es bedarf keiner ausführlichen Spielauswertung an dieser Stelle. Die 2. Vertretung der Spreefüxxe verliert verdient gegen den Tabellenvorletzten HSG Neukölln mit 20:21. Eine alle Beteiligten betreffende desaströse Mannschafts(Nicht)Leistung führte diesen absolut unerwarteten Spielausgang herbei.

Am Tag zuvor – genauer gesagt vor Anpfiff unserer Partie beim OSC – hatte ich auf der Tribüne noch mit dem erfahrenen Füchse-Trainer Ralf Krempel geplaudert. Der gab zu: „Eingentlich wollten wir in dieser Saison ja ein Wörtchen um die Meisterschaft mitreden. Aber der Zug ist abgefahren. Vielleicht auch, weil wir stark verjüngt haben.“ Eine Heim-Pleite gegen Neukölln konnte sich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch niemand vorstellen. Die Neuköllner vielleicht mal ausgenommen.

Unter der Woche habe ich wegen des MTV-Programm-Heftes noch mal kurz  mit Ralf Krempel telefoniert. „Meine Mannschaft ist mächtig frustriert“, erzählte er. „Und da das bei euch wohl genauso ist, kann das ja ein dolles Spiel werden...“

Auf jeden Fall eine Partie, die schonungslos Erkenntnisse offenbaren wird. MTV-Trainerin Eveline Sellert: „So blamabel wie beim OSC war es noch nie, seit ich die Zweite betreue. Aber es gab auch schon zuvor bittere Niederlagen. Ich erinnere mich an Spiele in Brandenburg oder in der vergangenen Saison in Schwerin. Wir sind allerdings immer wieder aufgestanden und haben Charakter bewiesen.“

Die frühere Nationalspielerin geht noch etwas mehr ins Detail: „Unsere Mannschaft hat sich im Laufe der Jahre personell stark verändert, aber es gab immer Frauen im Team, die diesen guten Charakter hatten. Welche, die Siegeswille, Disziplin und Cleverness vorgelebt haben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht leicht ist, diese Qualität immer abzurufen. Aber wenn das am Sonntag nicht gelingt – wann dann?“

Der Druck, der auf beiden Mannschaften lastet, ist riesig. Auch die kampfstarken Füchse wollen sich rehabilitieren, zumal sie das Hinspiel gegen den MTV mit 30:32 verloren haben.

Das alles sorgt für Brisanz. Sich am Sonntag in der Abwehr aber nur reinzuhauen, ohne Rücksicht auf drohende Siebenmeter- oder Zeitstrafen – das ist nicht genug. Mit Herz, Hand und Köpfchen muss verteidigt werden. Die Zuspiele müssen präzise kommen „Und wir müssen endlich Schluss mit der furchtbaren Chancenverwertung machen“, so Evi Sellert. Das ist in der Summe eine Frage der handballerischen Qualität. Gepaart natürlich mit der nötigen Taktik, mit dem Spielintellekt auf aktuelle Situationen zu reagieren und mit der Fähigkeit,  Anweisungen von der Trainerbank umzusetzen. Wer mehr davon hat, dazu vielleicht noch ein Quäntchen Glück, der wird sich durchsetzen.

Wenn das keine Voraussetzungen für einen dramatischen Handball-Sonntag sind? Frust gegen Frust. Fragt sich: Bei wem wird`s Lust? Wir können es miterleben...
Bearbeitet am Dienstag, den 07. Februar 2012 um 17:03 Uhr

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