Letztendlich kann man den Rangsdorferinnen nur zu einem verdienten Sieg gratulieren. Sie waren über die größten Teile des Spiels einfach die abgezocktere Mannschaft und bestraften die Fehler der Altlandsbergerinnen rigoros.
Aus MTV-Sicht muss man jedoch sagen, hört sich das Ergebnis schlimmer an, als es letztendlich ist. Zwar reiste man mit der Hoffnung an, eventuell doch etwas Zählbares mitzunehmen, es wären aber Bonuspunkte gewesen. So versuchte und probierte man hier und da und dementsprechend ging auch hier und da mal etwas schief. Es war auch schwer, gegen eine sehr robust agierende Abwehr, die aber zum größten Teil immer im fairen Rahmen blieb. Hinzu kam eine eklatante Altlandsberger Abschlussschwäche im ersten Durchgang, sowie einige unglückliche Umstände.
Wie soeben erwähnt, scheiterten die Altlandsbergerinnen ein ums andere Mal an der glänzend aufgelegten Rangsdorfer Torhüterin und luden die Gastgeberinnen so zu Gegenstößen ein, die diese dankbar annahmen. Zwar war die Altlandsberger Rückzugsbewegung auch nicht verkehrt, aber alles konnte man dann eben doch nicht unterbinden. Nach zehn Minuten, beim Stand von 3:7, zog Trainer Stephan Schulz bereits „grün“. Ein Torwartwechsel von Sophia Funke zu Sophie Strey brachte den erhofften Erfolg und die defensiver umgestellte Abwehr funktionierte auch besser. Leider lagen die Probleme im Angriff. Dem MTV III fehlte einfach die Durchschlagskraft aus dem Rückraum. Lediglich Bella-Elisa Funke erzielte in der ersten Hälfte ein Tor aus der zweiten Reihe. Zu wenig, um die robusten Rangsdorferinnen ein wenig aus ihrem defensiven Deckungsverbund etwas in die Offensive zu locken.
Als der MTV III dann so etwas wie einen Spielrhythmus entwickelte kam auch noch Unglück hinzu. Ein Fernwurftor von Lynn Prüfer wurde auf Grund eines technischen Defektes der Uhr nicht anerkannt.
Hier mal eine kleine Aufgabe für unsere Regelkundler. Folgender Sachverhalt passierte:
Sandy Wrobel (Rückraum Mitte) kreuzte für Lynn Prüfer (Rückraum Rechts), diese stieg bei 9,5m hoch und warf den Ball (sogar schwere Ecke!!!) unhaltbar ins gegnerische Tor. Im Flug des Balles ertönte die Spielzeituhr und blieb stehen. Der Treffer des MTV III wurde nicht anerkannt. Korrekterweise muss man sagen! Aber jetzt die Frage: Ein klares Tor wurde durch äußere Einflüsse, für die niemand die Schuld trägt, verhindert. Äußere Einflüsse ist zum Beispiel auch, wenn ein Zuschauer das Spielfeld betritt und ins Spiel eingreift. Wie ist in diesem Fall das Spiel bei Anpfiff der Schiedsrichter fortzusetzen? Wer es weiß, schreibt doch die Antwort einfach mal im Kommentar unter diesem Spielbericht. Zur Verteidigung des jungen Schiedsrichtergespannes muss man allerdings sagen, dass das schon die ganz hohe Regelschule und ein Sachverhalt ist, den wahrscheinlich nicht viele Schiedsrichter in ihrer Karriere miterleben dürfen.
Zur Halbzeit stand es also 14:8 für die Rangsdorferinnen. Stephan Schulz und Dirk Menzel hatten eigentlich nicht viel zu bemängeln. Chancen reinmachen und klarer nach vorn spielen, dass war die Maßgabe für die zweite Hälfte. Verloren ist hier noch lange nichts! Vielleicht gibt es irgendwann noch mal die Möglichkeit etwas Zählbares zu holen. Gegen Potsdam gelang zu beginn der zweiten Hälfte immerhin ein 8:1-Lauf. Würde heute auch wieder reichen, um die Führung zurückzuerobern.
Um es gleich zu sagen: Es gelang kein 8:1-Lauf. Aber ein 5:1-Lauf zu Beginn der zweiten Hälfte. So war man durch gutes Abwehrverhalten und Konterspiel binnen fünf Minuten wieder dran. Eine Rangsdorfer Zeitstrafe wurde sogar mit 4:1 gewonnen. So muss eine Überzahl aussehen, freute sich Trainer Stephan Schulz. Dann kam Unglück Nummer zwei. Es steht 13:15, der MTV III gewinnt wieder den Ball, dieser kommt im Gegenstoß zu Sandy Worbel, die sich herrlich durchsetzt und frei vor dem gegnerischen Kasten gefoult wird. Klare Sache für die jungen Schiedsrichter der Partie, Zeitstrafe für den SV Lok. Zu aller Überraschung lautete die Spielfortsetzung „Freiwurf“. Wäre der „eigentlich“ fällige Strafwurf im Kasten gelandet und es hätte 14:15 gestanden, wäre vielleicht der nächste Adrenalinschub gekommen. Aber wie gesagt, hätte und wäre!!! Die Altlandsbergerinnen wirkten so geschockt nach dieser Szene, dass Sie den Ball zweimal quasi freiwillig hergaben. Diem Gastgeberinnen nutzten das und gingen ihrerseits wieder mit 17:13 in Führung. Jetzt änderte auch das „Team-Time-Out“ des Trainers nicht mehr. Die Rangsdorferinnen marschierten nun, angetrieben von einer jetzt hervorragend agierenden Jennifer Klucke, von Tor zu Tor und zu einem ungefährdeten Sieg. Bei den Altlandsbergerinnen saß der Schock wohl tief und die Kraft ließ dann dementsprechend auch nach, sodass am Ende ein verdienter Sieg für die Rangsdorferinnen herauskam. Wenngleich man sagen muss, dass dieser vielleicht 3-4 Tore zu hoch ausfiel. An der Eindeutigkeit des Endergebnisses ändert dies jedoch nichts.
Trainer Stephan Schulz zeigte sich trotzdem nicht unzufrieden. Gerade die Phase nach der Halbzeit und das darin beinhaltete Überzahlspiel, was mit 4:1 gewonnen wurde, stimmen ihn optimistisch für die kommenden Wochen. Auch, dass seine Spielerinnen versuchten, im Training neu eingebrachtes sofort ins Spiel einzubringen ließ Trainer und Co-Trainer freudig in die nächsten Wochen schauen. Das nach den Abgängen von Anja Manicke und Carolin Sattler im Rückraum Alternativen fehlen ist klar. Man muss taktisch etwas umdenken und es wird noch ein wenig dauern, bis die Mannschaft die veränderten Vorgaben umsetzen kann. Vielleicht klappt das auch noch nicht im nächsten Spiel gegen den VfB Doberlug-Kirchhain in zwei Wochen. Auch da ist man nur Außenseiter und wird weiter probieren. Spätestens Anfang März sollte man aber soweit sein, um auch in veränderter Aufstellung wieder erfolgreich zu sein, wenn es in die wichtigen Spiele gegen Falkensee und Wildau geht.
Achso. Die Spielerin des Tages war diesmal, aufgrund einer sehr guten Leistung in Abwehr und Gegenstoß, sowie einer 100%igen Torchancenverwertung, Anne Burau. Sie scheint wieder im Kommen zu sein, nachdem ihre Prüfungswochen beendet sind und sie mitteilte, jetzt wieder häufiger den Weg in die Trainingshalle zu finden.
Der MTV III spielte mit:
Sophie Strey (11.-51.), Sophia-Marie Funke (1.-11. und 51.-60.) – Lisa Schönfelder (5), Stefanie Kretzschmann (1), Sandy Wrobel (5), Lynn Prüfer (1), Bella-Elisa Funke (2), Franziska Landgraf (1), Maren Langer, Ulrike Oberthür (n.e.), Katharina Zschocke, Janine Gliewe (1), Anne Burau (5)













